Die drei Plätze, die alles entscheiden
Über den Suchergebnissen steht eine Karte mit drei Einträgen. Wer dort steht, bekommt die Anrufe. Alles andere teilt sich den Rest.
Für jeden Betrieb mit einem physischen Einzugsgebiet – Handwerk, Praxis, Kanzlei, Werkstatt, Gastronomie, Einzelhandel – ist Local SEO der Hebel mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung. Google gewichtet bei lokalen Anfragen drei Dinge: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Die Entfernung kannst du nicht ändern. Die anderen beiden sind Arbeit – und genau die machen die meisten Betriebe in der Region nicht.
Profil vollständig
Primärkategorie, Leistungen einzeln, echte Bilder, Öffnungszeiten inklusive Feiertagen.
Bewertungen laufend
Ein Prozess, der im Alltag funktioniert – nicht die Aktion, die nach drei Wochen einschläft.
Servicegebiete ehrlich
Die Orte eintragen, die du wirklich anfährst. Alles andere schadet mehr, als es nützt.
Ortsseiten mit Inhalt
Eigene Seiten je Ort – aber nur, wenn es dort etwas zu sagen gibt.
Einheitliche Daten
Name, Adresse und Rufnummer überall identisch geschrieben.
Warum die Primärkategorie so viel entscheidet
Die Primärkategorie im Google-Unternehmensprofil ist das einzelne Feld mit dem größten Einfluss darauf, für welche Suchanfragen du überhaupt in Frage kommst. Und sie ist erstaunlich oft falsch gesetzt.
Ein Betrieb, der zu neunzig Prozent Heizungen erneuert, aber als 'Klempner' eingetragen ist, erscheint bei der falschen Nachfrage. Ein Steuerberater, der sich als 'Unternehmensberater' führt, verschwindet aus der Kategorie, in der gesucht wird. Die Korrektur dauert fünf Minuten und ist bei mehr als jedem dritten Profil, das wir uns ansehen, nötig.
Zusatzkategorien helfen für Randbereiche, ersetzen die Hauptkategorie aber nicht. Wer alles anbietet, sollte die Kategorie wählen, in der er tatsächlich Geld verdient – nicht die breiteste.
Bewertungen: Anzahl, Aktualität, Antwort
Drei Dinge zählen, und alle drei sind machbar. Die Anzahl im Vergleich zum lokalen Wettbewerb – in Ostbayern reichen oft dreißig bis fünfzig, um an die Spitze zu kommen, während in München dreistellige Zahlen normal sind. Die Aktualität: zwanzig Bewertungen aus dem letzten Jahr wirken stärker als achtzig aus 2019. Und die Antwort: beantwortete Bewertungen signalisieren einen gepflegten Eintrag.
Der Prozess, der in der Praxis funktioniert, ist unspektakulär. Eine Karte mit QR-Code, die bei Abschluss übergeben wird. Ein Satz am Ende der Rechnungsmail. Und die Person im Betrieb, die den Kontakt hat, fragt persönlich – das bringt mehr als jede Automatisierung. Wichtig ist nur, dass es jeden Monat passiert und nicht einmal im Jahr.
Servicegebiete: weniger ist mehr
Google erlaubt es, Servicegebiete anzugeben. Die Versuchung, dort halb Ostbayern einzutragen, ist groß – und der Fehler kostet Sichtbarkeit.
Ein zu weit gefasstes Gebiet verwässert das Signal, in welchem Umkreis du relevant bist. Wer von Regensburg aus Passau, Nürnberg und Ingolstadt einträgt, wird in keinem dieser Orte ernsthaft ranken und schwächt gleichzeitig die Position im eigenen Landkreis.
Wir arbeiten deshalb mit einem Radius, der der realen Fahrzeit entspricht – für die meisten Betriebe dreißig bis fünfundvierzig Minuten. Ist der Bedarf darüber hinaus echt, ist die Antwort eine zweite Adresse mit eigenem Profil, nicht ein größeres Eingabefeld.
Ortsseiten – aber richtig
Standortseiten wirken, wenn sie Substanz haben. Sie schaden, wenn sie aus einer Vorlage stammen, in der nur der Ortsname ausgetauscht wurde. Genau solche Seiten produzieren Anbieter zu Hunderten, und Google erkennt sie zuverlässig.
- ✓Ein konkreter Bezug: Anfahrtszeit, typische Aufträge im Ort, Besonderheiten der Bebauung
- ✓Realistische Angaben zur Erreichbarkeit statt 'schnell vor Ort in ganz Bayern'
- ✓Ein erkennbarer Unterschied zwischen den Orten – sonst lieber eine Seite weniger
- ✓Bilder von Aufträgen aus der Gegend, wenn vorhanden
- ✓Keine Seiten für Orte, die du gar nicht anfährst
Häufige Fragen
Weniger, als du denkst. Schau, wie viele die drei Betriebe in der Kartenbox haben, und ziel darauf. In vielen Branchen der Region reichen dreißig bis fünfzig aktuelle Bewertungen für einen der drei Plätze.
Sachlich, kurz und ohne Rechtfertigung antworten – die Antwort ist für die Mitlesenden, nicht für die verärgerte Person. Bei erkennbar falschen Behauptungen ist ein Löschantrag möglich, aber selten erfolgreich.
Ja, du kannst die Adresse ausblenden und nur Servicegebiete zeigen. Eine echte Adresse muss aber hinterlegt sein, und Google prüft das gelegentlich nach.
Wenig direkt für die Platzierung, aber sie halten das Profil aktiv und werden von Suchenden gelesen. Ein Beitrag alle zwei Wochen reicht.
Ja, jeweils mit eigener Adresse und eigener Rufnummer. Ein gemeinsames Profil für zwei Orte funktioniert nicht.
Tiefer einsteigen
Umkreissuche: Wie Google entscheidet, wer in der Kartenbox steht
Relevanz, Distanz, Bekanntheit – und welche zwei davon ihr beeinflussen könnt.
Bewertungen beantworten: Kurz, sachlich, für die Mitlesenden
Wie man auf gute und schlechte Bewertungen reagiert und wann ein Löschantrag Sinn hat.
Öffnungszeiten: Die Angabe, die am häufigsten falsch ist
Warum falsche Zeiten teuer sind, wo sie überall stehen und wie man sie konsistent hält.
Ortsteile: Wann sich eine eigene Seite lohnt
In Städten mit gewachsenen Stadtteilen kann die Differenzierung wirken – meistens tut sie es nicht.
Beiträge im Unternehmensprofil: Lohnen sie sich?
Was Google-Beiträge bewirken, wie oft sie sinnvoll sind und welche Themen funktionieren.
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