Zwei Kanäle richtig statt sechs halb
Die meisten Betriebe in der Region brauchen keine Kanalstrategie über acht Plattformen. Sie brauchen zwei Dinge, die funktionieren.
Online Marketing ist ein Sammelbegriff, unter dem sich Agenturen gerne breit aufstellen – und Betriebe dazu bringen, überall ein bisschen präsent zu sein. Für einen Handwerksbetrieb, eine Praxis oder einen Händler in Ostbayern ist das der falsche Weg. Wirksam ist die Konzentration auf die ein bis drei Kanäle, in denen deine Kunden tatsächlich unterwegs sind – und das konsequente Weglassen des Rests.
Kanalauswahl zuerst
Wo suchen deine Kunden wirklich? Alles andere folgt daraus.
Suche zuerst
Bei fast allen Betrieben mit Einzugsgebiet ist die Suche der stärkste Kanal.
Messung vor Ausgaben
Erst wissen, was ankommt, dann Budget verteilen.
Weglassen erlaubt
Ein Kanal ohne Ergebnis wird beendet, nicht optimiert.
Ein Ansprechpartner
Keine drei Dienstleister, die sich gegenseitig zuarbeiten.
Wie wir die Kanäle bestimmen
Die Frage ist nicht, welcher Kanal gerade diskutiert wird, sondern wo dein Kunde sich befindet, wenn er dein Problem hat. Ein Rohrbruch führt zur Suche, nicht zu Instagram. Ein Kücheneinbau beginnt oft mit Bildern, also mit sozialen Netzwerken oder Pinterest. Ein Industrieauftrag beginnt bei einer Fachrecherche und endet in einem Anfrageformular.
Wir gehen dafür zwei Quellen durch: die Herkunft deiner letzten hundert Aufträge und die tatsächliche Nachfrage in der Suche für dein Gebiet. Daraus ergibt sich eine kurze Liste – meist zwei Kanäle, gelegentlich drei.
Alles, was nicht auf dieser Liste steht, lassen wir weg. Ein halbherzig gepflegtes Profil auf einer fünften Plattform kostet Zeit und wirkt schlechter als gar keine Präsenz.
Die Kanäle, die in der Region tatsächlich tragen
Nach Dutzenden Projekten in Ostbayern lässt sich das ziemlich klar sortieren.
- ✓Organische Suche und Google-Profil: für praktisch jeden Betrieb mit Einzugsgebiet der stärkste Kanal
- ✓Google Ads: für schnelle Wirkung, Notdienste und Saisonspitzen
- ✓Facebook: in der Region weiterhin relevant, vor allem für Veranstaltungen, Personalsuche und ältere Zielgruppen
- ✓Instagram: für optisch verkaufbare Leistungen – Bau, Garten, Innenausbau, Gastronomie
- ✓E-Mail an Bestandskunden: unterschätzt, günstig, mit der besten Abschlussquote
- ✓LinkedIn: nur im industriellen B2B, sonst verlorene Zeit
- ✓TikTok: fast immer die falsche Wahl für einen regionalen Betrieb
Messung als Voraussetzung, nicht als Bericht
Ohne gemeinsame Messgrundlage entstehen Diskussionen, die niemand gewinnen kann – jeder Kanal reklamiert dieselbe Anfrage für sich.
Wir richten deshalb zuerst eine einfache, datenschutzkonforme Erfassung ein: Anrufklicks, Formularabschlüsse, Routenanfragen, Nachrichten. Dazu die Frage im Erstgespräch, wie jemand auf euch gekommen ist. Diese Kombination ist ungenau, aber ehrlich – und deutlich besser als jede Attributionslogik, die für Betriebsgrößen dieser Art ohnehin nicht trägt.
Auf dieser Basis wird quartalsweise entschieden: Was bleibt, was wird ausgebaut, was wird beendet.
Der Kanal, den fast alle vergessen
Die Kundenliste. Wer schon einmal gekauft hat, kauft mit der höchsten Wahrscheinlichkeit wieder – und kostet nichts an Werbebudget.
Zwei Mails im Jahr an Bestandskunden, mit einem echten Anlass statt einem Newsletter aus Pflichtgefühl, bringen in vielen Betrieben mehr Umsatz als das gesamte Werbebudget. Bei Wartungs- und Serviceleistungen ist eine Erinnerung zum richtigen Zeitpunkt der wirksamste Einzelhebel überhaupt.
Die Voraussetzung ist eine gepflegte Adressliste mit sauberer Einwilligung. Das ist unspektakuläre Arbeit, aber sie zahlt sich schneller aus als jeder neue Kanal.
Häufige Fragen
Nein. Ein gepflegtes Google-Profil und eine gute Website schlagen fünf verwaiste Kanalprofile deutlich.
Das hängt von den gewählten Kanälen ab. Wir trennen immer Betreuungshonorar und Werbebudget, damit du siehst, wofür du zahlst.
Texte ja, Fotos und Videos meist gemeinsam – die besten Bilder entstehen im Betrieb, nicht im Studio.
Quartalsweise, in verständlicher Sprache, mit einer klaren Empfehlung. Monatliche Zahlenberichte kosten mehr Zeit, als sie an Erkenntnis bringen.
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