WordPress kann schnell sein
Nicht das System ist das Problem, sondern die vierzig Plugins und der Page Builder, der auf jeder Seite alles mitlädt.
WordPress betreibt einen großen Teil der Firmenwebsites in der Region, und das aus guten Gründen: Man findet Leute, die damit umgehen können, und Inhalte lassen sich selbst pflegen. Gleichzeitig ist es das System, in dem wir die schlechtesten Ladezeiten messen. Das liegt fast nie an WordPress selbst, sondern an dem, was über die Jahre hineingewachsen ist.
Plugins ausmisten
Von vierzig aktiven Erweiterungen sind selten zehn wirklich nötig.
Page-Builder zähmen
Elementor, WPBakery und Divi lassen sich beschleunigen – oder ersetzen.
Ein SEO-Plugin
Yoast, Rank Math oder SEOPress – eines, richtig eingestellt, nicht zwei parallel.
Bilder automatisch
Moderne Formate, richtige Größen, verzögertes Laden ohne Handarbeit.
Saubere URLs
Beitragsname statt Datum, keine überflüssigen Archivseiten im Index.
Die Plugin-Frage
Jedes aktive Plugin lädt eigenen Code auf jeder Seite – oft auch dort, wo es gar nicht gebraucht wird. Ein Formular-Plugin, das seine Skripte auf der Startseite mitlädt, ein Slider, der nirgends mehr eingesetzt wird, drei Caching-Erweiterungen, die sich gegenseitig behindern: Das ist der Normalzustand gewachsener Installationen.
Wir gehen die Liste durch und beantworten für jedes Plugin, was passiert, wenn es weg ist. Typischerweise fliegt die Hälfte raus, ohne dass jemand etwas vermisst. Allein das bringt oft eine Sekunde Ladezeit.
Sicherheitsrelevant ist dieselbe Aufräumaktion übrigens auch – nicht gepflegte Erweiterungen sind der häufigste Einfallsweg bei gehackten WordPress-Seiten.
Page Builder – behalten oder ersetzen
Page Builder erzeugen tief verschachtelten Code und laden große Stil- und Skriptdateien. Trotzdem raten wir nicht pauschal zum Ausbau: Wenn dein Team damit Seiten selbst pflegt, ist das ein realer Wert, den man nicht leichtfertig aufgibt.
Der Mittelweg funktioniert gut: nicht genutzte Module deaktivieren, Schriftarten lokal einbinden, Stile auf die tatsächlich verwendeten Elemente begrenzen und ein ordentliches Caching davorsetzen. Damit kommt man in den meisten Fällen unter zwei Sekunden. Erst wenn das nicht reicht und ohnehin ein Neubau ansteht, ist der Wechsel auf ein schlankes Theme das Thema.
Was wir standardmäßig einstellen
Nach der Bereinigung folgt die Konfiguration. Die Punkte sind immer dieselben und in wenigen Stunden erledigt.
- ✓Permalinks auf Beitragsname – nachträgliche Änderungen nur mit Weiterleitungsliste
- ✓Autoren-, Datums- und Anhangarchive aus dem Index nehmen, wenn sie keinen Zweck haben
- ✓Anhangseiten auf die Datei weiterleiten – ein klassischer Erzeuger dünner Seiten
- ✓XML-Sitemap aus dem SEO-Plugin, in der Search Console eingereicht
- ✓Bilder beim Hochladen automatisch konvertieren und komprimieren
- ✓Seiten-Caching und, wenn möglich, ein Objekt-Cache auf dem Server
- ✓Kommentare abschalten, wo sie nur Spam anziehen
WooCommerce
Bei Shops kommen eigene Themen dazu. Die Filternavigation erzeugt schnell tausende URLs mit Parametern, die im Index nichts verloren haben. Kategorieseiten brauchen einen eigenen Text über der Produktliste. Und Produktdaten gehören strukturiert ausgezeichnet, damit Preis und Verfügbarkeit in den Suchergebnissen erscheinen.
Für Shops in der Region gilt zusätzlich: Wenn es ein Ladengeschäft gibt, ist die Verbindung von Shop und lokalem Profil oft der größere Hebel als die Sortimentsoptimierung.
Häufige Fragen
Rank Math oder Yoast – der Unterschied ist gering. Wichtig ist, nur eines zu betreiben und es richtig einzustellen. Zwei parallel erzeugen widersprüchliche Angaben.
Meist nein. WordPress ist für die Anforderungen der allermeisten Betriebe hier vollkommen ausreichend. Ein Wechsel lohnt sich nur bei sehr speziellen Anforderungen.
Auf Wunsch wir, im Rahmen einer Wartung. Sonst dein bisheriger Dienstleister – wichtig ist nur, dass es jemand tut.
Ja, und teils erhebliche. Eingeschleuste Spam-Seiten können zu einer Abstrafung führen. Nach der Bereinigung braucht es eine Prüfung, ob im Index Reste stehen geblieben sind.
Tiefer einsteigen
Zwischenspeicher: Der günstigste Weg zu einer schnellen Website
Welche Ebenen es gibt, was ein einfaches Seiten-Caching bringt und wo es gefährlich wird.
Bilder: Der eine Punkt, der die halbe Ladezeit ausmacht
Formate, Größen und ein Arbeitsablauf, der verhindert, dass das Problem wiederkommt.
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