Ein Kanal, der lebt, statt vier, die tot sind
Das häufigste Ergebnis von Social Media in der Region sind keine Kunden, sondern Bewerbungen. Danach richten wir es aus.
Social Media wird für regionale Betriebe regelmäßig falsch aufgesetzt: als Verkaufskanal, der nicht funktioniert, mit einem Redaktionsplan, der nach zwei Monaten einschläft. Wir gehen anders heran – mit einer ehrlichen Zielklärung, mit einem einzigen Kanal und mit einer Frequenz, die auch im November durchgehalten wird. In vielen Fällen ist das Hauptziel dabei nicht der Umsatz, sondern die Personalsuche.
Ein Kanal
Der, auf dem deine Leute sind. Meist Facebook oder Instagram, selten beides.
Realistische Frequenz
Zwei Beiträge im Monat, die durchgehalten werden, schlagen zehn im ersten Monat.
Echte Bilder
Aus dem Betrieb, mit euren Leuten. Stockfotos wirken in der Region sofort falsch.
Personalsuche mitgedacht
Häufig der wirtschaftlich wertvollste Teil.
Ehrliche Absage
Wenn es sich nicht rechnet, sagen wir es.
Warum Facebook in Ostbayern noch trägt
In Großstadtagenturen gilt Facebook als erledigt. In den Landkreisen zwischen Regensburg, Cham und Straubing ist es weiterhin der Kanal mit der größten Reichweite in der Altersgruppe, die Aufträge vergibt und Häuser besitzt.
Dazu kommen die regionalen Gruppen: Ortsgruppen, Kleinanzeigengruppen, Vereinsseiten. Dort werden Empfehlungen ausgesprochen, und dort werden Betriebe genannt. Wer dort präsent und ansprechbar ist, bekommt Anfragen, die über keinen anderen Kanal kommen.
Instagram ist die richtige Wahl, wenn die Leistung optisch verkaufbar ist – Innenausbau, Garten, Bau, Gastronomie, Kosmetik – und wenn Nachwuchs erreicht werden soll. Beides gleichzeitig zu bespielen, empfehlen wir nur, wenn jemand im Betrieb dafür Zeit hat.
Personalsuche ist oft das eigentliche Ziel
Bei mehreren Mandaten in der Region war der messbare Ertrag von Social Media nicht ein einziger Auftrag, sondern zwei Einstellungen – und das war der wirtschaftlich größere Erfolg.
Der Fachkräftemangel ist in Ostbayern spürbar, und junge Leute schauen sich einen Arbeitgeber an, bevor sie sich bewerben. Was sie dabei sehen wollen, ist nicht die Stellenanzeige, sondern der Alltag: wer dort arbeitet, wie miteinander umgegangen wird, wie die Werkstatt aussieht, was gebaut wird.
Solche Beiträge sind einfacher zu produzieren als Verkaufsinhalte, weil das Material im Betrieb ohnehin entsteht. Und sie wirken doppelt: Auch Kunden bekommen ein Bild davon, wer zu ihnen kommt.
Was tatsächlich funktioniert
Nach vielen Versuchen lässt sich ziemlich genau sagen, welche Beiträge in der Region Reaktionen erzeugen und welche folgenlos bleiben.
- ✓Vorher-Nachher aus echten Aufträgen – der zuverlässigste Beitragstyp
- ✓Menschen mit Namen: neuer Azubi, Jubiläum, das Team am Einsatzort
- ✓Kurze Erklärungen zu Fragen, die im Betrieb ständig gestellt werden
- ✓Regionale Anlässe: Volksfest, Vereinsjubiläum, Ausbildungsmesse
- ✓Was nicht funktioniert: Grußkarten zu Feiertagen, Zitatgrafiken, geteilte Fremdinhalte
Wann wir abraten
Wenn niemand im Betrieb Lust darauf hat, wird es nicht funktionieren. Social Media lebt von Material aus dem Alltag, und das kann eine Agentur nicht erfinden. Ohne jemanden, der gelegentlich mit dem Handy ein Bild macht, entsteht nur Fülltext.
Wenn die Website und das Google-Profil noch nicht in Ordnung sind, ist Social Media der falsche zweite Schritt. Die Suche liefert Menschen mit akutem Bedarf; Social Media liefert Aufmerksamkeit ohne Bedarf. Die Reihenfolge ist eindeutig.
Und wenn du in einem Bereich arbeitest, in dem Diskretion zählt – bestimmte Beratungsberufe, medizinische Leistungen – ist ein Kanal, auf dem Menschen sichtbar interagieren, oft schlicht ungeeignet.
Häufige Fragen
Etwa eine Stunde im Monat, wenn wir Redaktion und Veröffentlichung übernehmen – hauptsächlich für Bilder und die Freigabe.
Für Personalsuche lohnt es sich fast immer, weil die Reichweite in der Region sonst zu klein ist. Für Beiträge im Alltag nicht zwingend.
Über Anfragen und Bewerbungen, nicht über Reichweite. Reichweite berichten wir nachrangig, weil sie leicht zu erzeugen und schwer zu verwerten ist.
Für einen regionalen Betrieb fast nie. Die Reichweite ist überregional gestreut, und der Produktionsaufwand steht selten im Verhältnis. Ausnahme: gezielte Nachwuchsgewinnung mit jemandem im Betrieb, der es selbst macht.
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