Übersetzen ist der kleinste Teil
In einem neuen Markt wird anders gesucht, nicht nur in einer anderen Sprache.
Internationale Suchmaschinenoptimierung fängt nicht bei der Übersetzung an, sondern bei drei Entscheidungen: Welche Märkte werden bedient, wie werden sie technisch abgebildet, und wer verantwortet die Inhalte je Markt. Für Unternehmen in Ostbayern sind das meist Österreich, Tschechien und die Schweiz – Märkte, die nah sind und trotzdem eigene Suchgewohnheiten haben.
Domainstruktur
Eigene Länderdomain, Unterverzeichnis oder Subdomain – eine Entscheidung mit langer Wirkung.
Sprachauszeichnung
hreflang korrekt gesetzt, sonst konkurrieren die Sprachversionen.
Marktrecherche
Suchbegriffe je Markt neu erheben, nicht übersetzen.
Lokale Signale
Adresse, Rufnummer, Währung, Zahlungsarten je Markt.
Redaktion
Muttersprachliche Prüfung, sonst fällt es beim ersten Satz auf.
Die Entscheidung über die Struktur
Es gibt drei Wege. Eigene Länderdomains geben das stärkste geografische Signal, verlangen aber, dass jede Domain eigenständig aufgebaut wird – das vervielfacht den Aufwand. Unterverzeichnisse auf einer Domain teilen die aufgebaute Stärke und sind meist die pragmatische Wahl. Subdomains liegen dazwischen und haben in der Praxis die wenigsten Vorteile.
Für einen Mittelständler, der Österreich und die Schweiz mitbedient, sind Unterverzeichnisse fast immer richtig. Für einen Markt mit eigener Preisstruktur, eigenem Vertrieb und eigener Rechtslage kann eine Länderdomain sinnvoll sein.
Warum Deutsch nicht gleich Deutsch ist
Österreich und die Schweiz sprechen dieselbe Sprache und suchen anders. Begriffe unterscheiden sich, Preisangaben ebenfalls, und in der Schweiz kommt die Schreibweise ohne scharfes S dazu. Wer die deutsche Seite unverändert ausspielt, wirkt fremd – und wird von Suchenden entsprechend behandelt.
Deshalb erheben wir Suchbegriffe je Markt neu. Der Aufwand ist gering, der Unterschied im Ergebnis erheblich.
Technische Fallstricke
Die Sprachauszeichnung ist die häufigste Fehlerquelle: fehlende Rückverweise zwischen den Versionen, falsche Sprachkürzel, fehlende Standardangabe für unbestimmte Fälle. Die Folge sind Sprachversionen, die sich gegenseitig aus dem Index drängen.
Dazu kommt die automatische Weiterleitung nach Standort. Sie klingt hilfreich und verhindert, dass Suchmaschinen die anderen Sprachversionen überhaupt sehen. Besser ist ein Hinweisbanner, das eine Wahl anbietet.
Häufige Fragen
Für die technische Erschließung ja, für die Wirkung nein. Maschinell übersetzte Seiten werden von Google nicht abgestraft, aber sie überzeugen niemanden, der die Sprache spricht.
Nicht zwingend. Für lokale Sichtbarkeit vor Ort hilft eine echte Niederlassung erheblich, für den reinen Onlinevertrieb ist sie nicht nötig.
Ein naheliegender Markt für ostbayerische Betriebe und einer, in dem Google ebenfalls dominiert. Die Arbeit ist dieselbe, die Recherche muss allerdings jemand machen, der die Sprache beherrscht.
Ja, häufig als Prüfung: Sprachauszeichnung, Indexierung je Markt und die Frage, ob sich die Versionen gegenseitig behindern.
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